Liliom

Eine Produktion von Theater Marie
Date / Time
Mittwoch, 27. September 2017, 19.30 o'clock
Place
Visp (Theatersaal)
Price
Category 1: CHF 50.00
Category 1: CHF 25.00
Category 2: CHF 45.00
Category 2: CHF 22.50
Category 3: CHF 40.00
Category 3: CHF 20.00
Pre-selling from
28.08.2017, 09 o'clock
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Liliom arbeitet bei Frau Muskat und macht Julie schöne Augen. Das passt Frau Muskat gar nicht und Liliom verliert seinen Job. Liliom und Julie werden ein Paar. Aus Kummer über seine Arbeitslosigkeit und um seine Verletzlichkeit zu verbergen, schlägt Liliom Julie. Mit ihrer Schwangerschaft wird die Not besonders drückend. Da kommt Ficsurs Vorschlag zu einem Raubüberfall wie gerufen. In seiner Euphorie verzockt Liliom die Beute bereits vor der Tat. Der Raub misslingt und Liliom kann die Schulden nicht begleichen. Er sieht keinen anderen Ausweg als den Selbstmord. Die himmlischen Instanzen nehmen ein Scheitern aber nicht hin: Schlimme Erinnerungen gilt es zu beschönigen und der erfolgreich therapierte Selbstmörder korrigiert seine Schande mit einer guten Tat. Liliom aber sträubt sich gegen jede Art von Reue. Er bleibt therapieresistent.

Die Vorstadtlegende Liliom von Ferenc Molnár, 1909 uraufgeführt, ist menschlich wie sozial abgründig und zeitlos - und durch die Neuübersetzung von Joël László erstmals sprachlich in ihrer Aktualität wieder greifbar. In einer Gesellschaft, die sich weit weg vom Aufmerksamkeitszentrum aber nicht weit weg von unserer Zeit befindet, funktioniert Gewalt als Triebabfuhr für nicht ausgesprochene Konflikte. Der Glaube an die Liebe ist stärker als die Liebe selbst und verdrängt die Trostlosigkeit. Das Stück nimmt eine gesellschaftskritische Perspektive ein und führt diese weiter bis nach dem Tod. Im Himmel erwartet uns keine Erlösung. Die Kämpfe, die wir hier unten und da draussen führen, begegnen uns erneut. Das Jenseits ist nur die Therapieschlaufe der irdischen Gesellschaft.

Mit den Oberwalliser Kulturschaffenden Barbara Heynen und Diego Valsecchi bietet sich uns die wunderbare Gelegenheit, diese jungen Schauspieler bei ihrem Heimspiel auf der La Poste-Bühne zu erleben.

Neu aus dem Ungarischen übersetzt von Joël László
Komposition und Liedtexte von Pascal Nater

Regie: Olivier Keller
Szenografie: Erik Noorlander
Kostüme: Tatjana Kautsch
Dramaturgie: Patric Bachmann
Band: Pascale Pfeuti, Pascal Nater, Grégoire Gros, Patric Bachmann, Viktor Stadelmann
Spiel unter anderem mit Diego Valsecchi und Barbara Heynen